Klimaschutz in der Europäischen Union
Der Klimawandel ist seit Jahren auf der politischen Tagesagenda. Seine Bekämpfung gehört zu den größten Herausforderungen der Europäischen Union wie der gesamten Weltpolitik. Die Durchschnittstemperatur liegt fast 0,8°C über dem Niveau vor 100 Jahren. Europa ist von diesem Prozess sogar noch stärker betroffen: Hier beträgt der Temperaturanstieg der vergangenen 100 Jahre 1°C. Um bedrohliche Ausmaße des Klimawandels zu verhindern, schätzen Experten, dass die Erderwärmung unter 2°C gehalten werden muss. Wird dieser Schwellenwert überschritten, so ist mit gravierenden langfristigen Folgen zu rechnen. Durch den steigenden Meeresspiegel sind tiefer liegende Regionen Europas von Überschwemmungen bedroht. Darüber hinaus werden zahlreiche Teile der Welt von Trinkwasserknappheit betroffen sein. Die extrem hohen Folgekosten würden erhebliche Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung haben.
Aus Hauptursache der Erderwärmung gilt der Mensch. Mit steigendem Energiebedarf erhöht sich auch der Bedarf an fossilen Brennstoffen, die bei der Verbrennung besonders hohe CO2-Emissionen erzeugen. Daher besteht ein Weg, die CO2-Emissionen zu reduzieren, in der Verringerung des Anteils fossiler Energieträger.
20-20-20-Ziele
Im Dezember 2008 hat sich die EU auf eine integrierte Strategie im Energie- und Klimaschutzbereich geeinigt. Bis 2020 sollen die sogenannten 20-20-20-Ziele erreicht werden:
· Senkung der Treibhausgasemissionen um 20% gegenüber dem Niveau von 1990
· Erhöhung des Anteils der erneuerbaren Energien am Energiemix der EU auf 20%
· Verringerung des Energieverbrauchs um 20% durch erhöhte Energieeffizienz
Wegweisend war im Jahre 2005 die Einführung eines EU-Emissionshandelssystems, welches etwa 40% aller Emissionen in der EU erfasst. Hierbei handelt sich um ein marktwirtschaftliches Instrument, das nach dem Prinzip beschränken & handeln funktioniert. Die Treibhausgasemissionen werden beschränkt und im Gegenzug können Emissionsschutzrechte frei gehandelt werden. Bei den CO2-Emittenten soll dadurch ein Anreiz zum Einsparen von Ausstößen geschaffen werden beziehungsweise zu einer effizienten Verteilung der Emissionen.
Als weitere Maßnahme zur CO2-Reduktion kommt auch die Abscheidung und unterirdische Speicherung von CO2 infrage. Dazu wird aus Abfallgasen der Industrie das CO2 abgeschieden und in tiefliegenden unterirdischen Gesteinsschichten deponiert (sogenannte Sequestrierung).
Die gesamte Entwicklung rund um den Klimaschutz bringt zahlreiche Chancen mit sich. Die Vorreiterrolle der EU wird dazu führen, dass neue Unternehmen und folglich zahlreiche neue Arbeitsplätze entstehen werden. Der deutsche Umweltminister Norbert Röttgen schätzt allein für Deutschland mit 500.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen in den nächsten zehn Jahren.
Ein weiterer Vorteil ist die Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern und folglich auch vom Ausland.
Jeder EU-Bürger ist gefragt!
Klimaschutz geht jeden an und jeder einzelne kann viel dafür tun. Ein Großteil, immerhin etwa 70%, des Energieverbrauchs eines Standardhaushaltes entfällt auf das Beheizen des Wohnraums. Folglich lässt dich am einfachsten hier ansetzen: Senkt man die Raumtemperatur um 1°C, so spart man bis zu 25% Energiekosten ein. Förderlich ist auch eine verbesserte Isolierung, um die Energieeffizienz des Hauses zu verbessern.
Strom und folglich auch CO2-Emissionen lassen sich einsparen durch das Abschalten nicht genutzter Geräte. Dabei ist zu beachten, dass Elektronikgeräte auch im Standby-Modus noch Strom verbrauchen. Beim Kauf ist es hilfreich auf Umweltzeichen und die Energieeffizienz-Skalen zu achten.
Auch Recycling spart wertvolle Rohstoffe und Energie.
Im Bereich des Verkehrs steckt ebenfalls ein hohes Einsparpotential: Man sollte statt des Autos öfters öffentliche Verkehrsmittel, Fahrgemeinschaften oder das Fahrrad nutzen. Bei der Neuanschaffung eines Fahrzeugs sollte man auf den Kraftstoffverbrauch und den CO2-Ausstoß achten.
Die Nutzung von Ökostrom spart CO2-Emissionen.
